22.11.2019

Austausch zum Volksbegehren „Rettet die Bienen“ auf dem Obsthof Romer

Austausch auf dem Obsthof Romer

Die Diskussion um das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat in den vergangenen Wochen die Gemüter in Baden-Württemberg stark bewegt. Das ist verständlich: Denn sowohl die Sorge um den Rückgang der biologischen Vielfalt als auch die Sicherung der bäuerlichen Landwirtschaft im Bodenseeraum sind wichtige Anliegen. Beides hat existenzielle Bedeutung und betrifft uns alle. Deshalb war es mir wichtig, dieses Thema in einem geschützten Rahmen von allen Seiten zu beleuchten. Der Obsthof Romer in Litzelstetten bot dafür den passenden Rahmen.

Gefreut habe ich vor allem auch darüber, dass alle Gäste in sachlicher und konstruktiver Weise miteinander diskutiert haben: Neben Thomas Romer (Obsthof Romer) waren von Erzeugerseite Heinrich Fuchs (Fuchshof), Diana Maier (Höri Gemüse Duventäster-Maier), Reinhard Honsel (Obstgartenhof Honsel) sowie Holger Stich (Bezirksgeschäftsführer beim Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverband BLHV) und Andreas Deyer (Kreisverbandsvorsitzender beim BLHV-Bezirk Stockach) dabei, zudem Philipp Haug und Markus Zeiler (Mainau GmbH).

Vor allem die Frage, inwiefern Pflanzenschutzmittel in Naturschutzgebieten künftig verwendet werden dürfen, nannten sie als Kernanliegen für die Planungssicherheit der Obstbauern. Der Obsthof Romer selbst ist das beste Beispiel dafür, wie komplex das Thema ist: Etwa 70 Prozent der Anbauflächen liegen im Naturschutzgebiet. Primäres Ziel war ursprünglich, eine Bebauung zu verhindern. Deshalb wurden die Flächen als Naturschutzgebiet ausgewiesen.

Mein Fraktionskollege und agrarpolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Martin Hahn aus dem Bodenseekreis, skizzierte den politischen Prozess der vergangenen Wochen. Eberhard Klein, Leiter des Nabu-Bodenseezentrums, rief den Ausgangspunkt des Volksbegehrens in Erinnerung: nämlich das massive Artensterben, wonach 75 Prozent der Insekten seit den 1990er Jahren (Krefelder Studie) und 25 Prozent der Vögel seit 1980 (Bodensee-Studie der Max-Planck-Gesellschaft) verschwunden sind.

Alle Beteiligten betonten, wie wichtig es ist, dass nach vielen Debatten nun ein Dialog stattfindet. Das Eckpunktepapier der Landesregierung war dafür ein wichtiger Meilenstein. Wichtig sei es, einen Grundkonsens zu schaffen, betonte Martin Hahn. Dafür müsse jeder ein Stück seine Wagenburg verlassen.

Es war deutlich zu spüren: Diesem Ziel sind meine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner auf dem Obsthof Romer ein kleines Stück nähergekommen. Danke an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer und an Thomas Romer dafür, dass er uns hierfür seine Pforten geöffnet hat.

Kategorien:Aktuelles Wahlkreis
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