22.11.2019

Besuch beim International Solar Energy Research Center Konstanz

Besuch beim ISC (Bild: International Solar Energy Research Center Konstanz e.V)

Das Land Baden-Württemberg fördert regelmäßig innovative Forschungs- und Demonstrationsprojekte. Im Juni wurde bekanntgegeben, dass das International Solar Energy Research Center Konstanz (kurz: ISC Konstanz) für das Projekt „Gemeinschaftsdienliche Energieladezelle“ eine Förderung von 489.257 Euro bekommen soll. Ich wollte mehr über das Projekt erfahren und habe das ISC besucht. Das ISC Konstanz erforscht und entwickelt kristalline Silizium-Solarzellen und arbeitet dafür mit führenden Unternehmen und Forschungsinstituten der Branche zusammen. Die Idee, ein Solarforschungsinstitut mit der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins ins Leben zu rufen, entstand 2005 an der Universität Konstanz. Heute ist das ISC Konstanz im Bereich der Photovoltaikforschung, der angrenzenden Technologien wie Smart Grids und Speicher, Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie und Elektromobilität mit vielen nationalen und internationalen Kooperationen und ca. 50 Mitarbeitern breit genug aufgestellt, um sich im harten Wettbewerb mit anderen Forschungsinstitutionen behaupten zu können. Auch im Bereich der Bildungs- und Entwicklungszusammenarbeit ist der Verein aktiv. Der ISC Konstanz führt beispielsweise die Konstanzer Solare Lernwerkstatt als außerschulischer Lernort durch.

Das Projekt „Gemeinschaftsdienliche Energieladezelle“ ist ein Projekt verschiedener Partner, die der ISC Konstanz koordiniert. Mit den Fördergeldern werden nun 18 Ladepunkte für E-Mobilität im Ladepark SolarLAGO in Konstanz installiert. Das ISC Konstanz erhält den Landeszuschuss gemeinsam mit der Hochschule Reutlingen und den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim. Neben den 18 Ladesäulen in Konstanz werden weitere acht Ladepunkte in Reutlingen und zwei doppelte Ladepunkte in Ludwigsburg installiert. Damit will das Projekt ein netzdienliches Lastmanagement bei gleichzeitiger Ladung einer Vielzahl von Elektrofahrzeugen an den drei verschiedenen Standorten möglich machen. Zwölf assoziierte Partner haben sich als Unterstützer zur Mitarbeit verpflichtet.

Für den Ladepark SolarLAGO heißt das konkret, dass die Ladeleistung für die Fahrzeuge je nach Auslastung des Netzknotenpunktes variiert. Dafür kann jeder Parkplatz einen Stecker haben. In der Endausbaustufe nach 2020 können von der Ladeinfrastruktur sowohl die Nutzer eigener Pool-Fahrzeuge, Mitarbeiter, Gäste profitieren – tagsüber und nachts. Am Wochenende kann auch die Öffentlichkeit vom neuen Angebot profitieren. Dies erfordert ein kompliziertes, unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen zu entwickelndes Abrechnungssystem, das nicht nur zwischen den vier verschiedenen Nutzergruppen unterscheidet. Es erkennt auch, ob der Strom aus den eigenen PV-Anlagen des ISC Konstanz, der Brennstoffzelle oder dem öffentlichen Stromnetz kommt.

Das Land Baden-Württemberg fördert Pilotprojekte zur intelligenten Netzanbindung von Parkhäusern und Tiefgaragen mit insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Kategorien:Wahlkreis Aktuelles
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