01.05.2016

Offener Brief der Grünen Landtagsabgeordneten Nese Erikli und Dorothea Wehinger zum Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030

offener Brief an das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir sind mit der Einstufung von Projekt-Nr. 2-040-V01 ABS Stuttgart – Singen – Grenze D/CH (Gäubahn) in die Kategorie „Vorhaben des Potentiellen Bedarfs, die in den VB oder WB aufsteigen können“ nicht einverstanden und fordern die Höherstufung in die Kategorie „Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf (VB-E u. VB)“.

Die nachteilige Einstufung in die Kategorie „Vorhaben des Potentiellen Bedarfs, die in den VB oder WB aufsteigen können“ verhindert für die nächsten Jahrzehnte den Ausbau dieser wichtigen Bahnstrecke und hätte somit erhebliche negative Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region.

Die Gäubahn hat eine wichtige Funktion im übergeordneten Netz, denn sie verbindet die für Wirtschaft und Tourismus sehr wichtige Bodenseeregion mit der Metropolregion Stuttgart. Zudem ist die Gäubahn die zentrale Bahnstrecke zwischen der Metropolregion Stuttgart und der Agglomeration Zürich, wo jeweils Anschluss an den Schienenpersonenfernverkehr besteht. 

Der im Rahmen der Maßnahme vorgesehene Bau von Doppelspurinseln bzw. zweigleisigen Abschnitten führt zu höherer Fahrplanstabilität und durch weniger Abbrems- und Anfahrvorgänge der Züge zu einem niedrigeren Energieverbrauch. Der Ausbau der Gäubahn hat weitere positive Umweltauswirkungen, da attraktive Bahnverbindungen den Umstieg vom Auto auf die Bahn ermöglichen und somit die Umwelt entlasten.

Die Höherstufung von „Projekt-Nr. 2-040-V01 ABS Stuttgart – Singen – Grenze D/CH (Gäubahn)“ in die Kategorie „Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf (VB-E u. VB)“ ist somit unter den Gesichtspunkten der Netzwirkung, der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und der Umweltauswirkungen notwendig und gerechtfertigt.

Um eine weitere positive Netzwirkung sowohl beim Schienenpersonenverkehr als auch beim Schienengüterverkehr zu erzielen, sind die Elektrifizierung und die Geschwindigkeitserhöhung der „Hochrheinbahn“ Singen – Basel und der westlichen „Bodensee-Gürtelbahn“ Radolfzell – Friedrichshafen ebenfalls in die Kategorie „Neue Vorhaben, Vordringlicher Bedarf (VB-E u. VB)“ aufzunehmen. Dies wurde vom Land Baden-Württemberg bereits im Jahr 2013 vorgeschlagen. In diesem Kontext ist die als vordringliches Projekt enthaltene Elektrifizierung und Ertüchtigung der „Südbahn“ Ulm – Friedrichshafen und der östlichen „Bodensee-Gürtelbahn“ Friedrichshafen – Lindau zwar erfreulich, aber keinesfalls hinreichend.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Nese Erikli, MdL

Dorothea Wehinger, MdL

Kategorien:Aktuelles Wahlkreis
URL:http://nese-erikli.de/wahlkreis/aktuelles-aus-dem-wahlkreis/aktuelles-detail/article/offener_brief_der_gruenen_landtagsabgeordneten_nese_erikli_und_dorothea_wehinger_zum_entwurf_des_bundesverkehrswegeplans_2030/