Pressemitteilung Nese Erikli MdL und Saskia Frank MdL: Grüne Abgeordnete setzen sich für Beleghebammen im Landkreis Konstanz ein

01. Juli 2025 

Die beiden Landtagsabgeordneten Saskia Frank (Wahlkreis Singen) und Nese Erikli (Wahlkreis Konstanz-Radolfzell, beide Bündnis 90/Die Grünen) haben sich gemeinsam an den baden-württembergischen Sozialminister Manne Lucha gewandt, um auf die drastischen Auswirkungen des neuen Hebammenhilfe-Vertrags aufmerksam zu machen, der zum 1. November 2025 in Kraft treten soll.

„Aus Sorge über die geplanten Änderungen und deren Folgen für die freiberuflichen Beleghebammen – insbesondere im Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN) – haben wir das Gespräch mit dem Sozialministerium gesucht“, erklären Frank und Erikli. „Wir freuen uns sehr, dass Minister Lucha und sein Haus die Anliegen ernst nehmen und sich aktiv auf Landes- und Bundesebene für tragfähige Lösungen einsetzen.“

Obwohl die Bundesländer keine direkten Vertragspartner im Vergütungsverfahren sind, zeigt das Sozialministerium klare Initiative: In persönlichen Gesprächen mit Vertreterinnen des Hebammenverbands Baden-Württemberg sowie auf der Gesundheitsministerkonferenz am 11./12. Juni 2025 in Weimar brachte Minister Lucha das Thema ein. Die Länder verständigten sich dort unter anderem auf ein gemeinsames Schreiben an die Schiedsstelle, das mehr Transparenz und die Veröffentlichung des Schiedsspruchs fordert.

Der Hintergrund: Die neuen Vertragsregelungen sehen teils gravierende finanzielle Einschnitte vor – Verdiensteinbußen von bis zu 30 % sind zu befürchten. Damit gerät ein bewährtes Modell der geburtshilflichen Versorgung in Gefahr. Rund ein Viertel aller Geburten in Deutschland wird derzeit durch freiberufliche Beleghebammen begleitet – so auch im Klinikum Konstanz, wo seit April 2023 das Modell der Dienst-Beleghebammen erfolgreich etabliert wurde. Dieses sichert eine wohnortnahe, sichere und familienorientierte Geburtshilfe, insbesondere im ländlichen Raum.

Die Differenzierung der Vergütung zwischen angestellten und freiberuflichen Hebammen ist nicht nur ungerecht, sondern auch nicht sachlich begründbar. Beide leisten dieselbe essenzielle Arbeit – mit großer Verantwortung und fachlicher Expertise“, betont Saskia Frank.

„Die Geburtshilfe betrifft uns alle – sie ist ein zentrales Thema der Gesundheitsversorgung. Nur mit fairen und verlässlichen Rahmenbedingungen können wir die flächendeckende Betreuung von Schwangeren auch in Zukunft sicherstellen“, so Nese Erikli.

Die beiden Grünen Landtagsabgeordneten im Landkreis Konstanz machen damit deutlich: Sie stehen an der Seite der Hebammen – und setzen sich mit Nachdruck für deren berufliche Zukunft ein.